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presseSHOW - So sind nicht alle Journalisten
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Leserbriefe

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zu Seite 603

          Seite 1108 

Dieter D. D. Müller
27.09.2016
Seite 323
Oha, Sie waren also Dissident. Das ehrt sie. Umso mehr würde ich mich geehrt fühlen, wenn gerade Sie mein Pate ... aber moment mal, "Pate", da war doch was? Richtig, die Mafia-Streifen mit Marlon Brando! Da sollte man glatt ein west-östliches Remake versuchen, sprich ein Drehbuch zu einem Socio-Fiction schreiben (auch dann, wenn das mit Ihrer persönlichen Patronage nicht möglich wäre): Okkupationserfahrener Alt-Ossi führt US-pseudookkupationsverwöhnten Neu-Ossi in die Schliche und Kniffe des wahren, real existierenden und jetzt endlich auch ubiquitären, ergo totalen Sozialismus ein. Für die Alt-Ossi-Hauptrolle würde mir Bruno Ganz vorschweben (herrlich zerknittert, dem sähe man die Erfahrung an), den Neu-Ossi müsste irgend so ein glattes Milchgesicht aus dem "Tatort" o.ä. verkörpern (wunderbar schnöselig wäre Jan-Josef Liefers, zumal er auch noch wie ein Greenhorn gucken kann), und beim Showdown käme zu allem Überfluss ein Fern-Ossi ins Spiel, der ... also ein Chinese oder Japaner oder so. Dann wäre der west-östliche Divan definitiv geflickt, d.h. komplett!






Ein Leser mehr
26.09.2016
Seite 323
Ja, wir werden uns, die wir schon länger hier leben, demnächst wohl unterscheiden in Alt- und Neu-Ossis. Falls Sie als Neu-Ossi dann einen Paten benötigen, würde ich natürlich gern in die Bresche springen; leider aber wird daraus wohl nichts werden, da ich offengestanden schon recht fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stand, als dies hierzulande noch mit empfindlichen Strafen bedroht war.
Was die Akzeptanz des Okkupiertseins angeht, fürchte ich indessen, dass Ihre diesbezügliche Erfahrung mit den Amerikanern womöglich nicht repräsentativ sein könnte.




Dieter D. D. Müller
26.09.2016
Seite 322
Doch, lieber Leser mehr, schulmeistern Sie ruhig, ich brauch das! Meinen Wessi-typischen Selbsthass kriege ich am besten in den Griff, wenn man mir klar und schonungslos, gerne auch autoritär, steckt, wo's langgeht. Woher soll ausgerechnet ich wissen, was richtig ist. Und dann am Ende noch andere belehren wollen ... neiiin, so was darf von meinem verseuchten Heimatboden nicht mehr ausgehen. Sondern NUR umgekehrt. Die Lektion hab ich gelernt. (Aus der Gechichte, wie Élmut Côl immer so richtig sagte.) Kurzum: JA, ich will endlich auch einen anständigen Klassenstandpunkt haben, so als zukünftiger Ossi!

A propos Ossi, gestern schreibt Don Alphonso im FAZ-Blog den Halbsatz: "25 Jahre nach der Eroberung der BRD durch die DDR". Schreibt er eiskalt, ohne mit der Wimper zu zucken. Kann er sich natürlich auch leisten, weil er recht hat. Aber ich hab nix dagegen, ich finde Okkupiertsein voll OK und absolut verdient. (Meine Tauber-Hausaufgaben hab ich übrigens schon gestern gemacht. Daran sehen Sie mein eifriges Bemühen!)




Ein Leser mehr
26.09.2016
Seite 322
P.S. Darf ich zur Festigung ideologischer Grundlagen ein aktuelles Traktat empfehlen? CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat da ein von ihm so genanntes "Manifest" verfasst und veröffentlicht unter der Überschrift: "Wo die CDU steht – Sag mir, wo du stehst!" - Bei DEM Imperativ geht jedem Ostdeutschen das sprichwörtliche Messer in der Tasche auf (natürlich nur mit Klingenlänge unter zwölf Zentimetern und nicht einhändig feststellbar, versteht sich...) Googeln Sie den doch mal, als zukünftiger Ossi!

Antwort:
Du kannst nicht bei uns und bei denen genießen.



Ein Leser mehr
26.09.2016
Seite 322
@Dieter D. D. Müller: Ich will nicht schulmeistern, aber es sieht doch ein wenig so aus, als würden gewisse Grundlagen Ihres Klassenstandpunkts der Festigung bedürfen: Was soll denn z.B. heißen "vordemokratisches Leben"? Im (bis dahin) einzigen Arbeiter- und Bauern-Staat auf deutschem Boden (das durfte man damals noch sagen, probieren Sie das heute mal!) wäre eine Gefährdung der Demokratie durch eine sogenannte "AFD" vollkommen undenkbar gewesen, die hätten ja maximal die an 99,95% fehlenden Stimmen bekommen können. Insoweit hat die Demokratie jedenfalls schon besser funktioniert als heute. Aber wir arbeiten dran. Und einen weiteren gewiss erwähnenswerten Vorteil hatte der real existierende Sozialismus auch noch: Der Internationalismus war zwar in aller Munde, stand aber nichtsdestotrotz eigentlich nur auf dem Papier.
Aber es ist Ihnen natürlich zugutezuhalten, dass Sie ja noch nicht so lange in den Genuss konsequent klassenbewusster Erziehung kommen.




Ernst-Fr. Siebert
26.09.2016
Seite 322
Sie vergaßen zu erwähnen, daß schließlich bei Autorennen viel weniger Menschen zu Schaden kommen, als beim Möhrenschälen.

Antwort:
Deswegen ist Möhrenschälen während der Autofahrt verboten.



Dieter D. D. Müller
26.09.2016
Seite 322
@Ein Leser mehr: Ach so, stimmt, Sie kennen das ja aus Ihrem vordemokratischen Leben. Äh, also, ich meine, aus der Zeit vor Ihrer Teilhabe an der wahren Demokratie, oder sagen wir besser gleich: an der real existierenden Demokratie. Die natürlich erst in einer postnationalen Territorialgemeinschaft erreichbar ist, wie wir alle gemeinsam sie hier und heute genießen dürfen. Und trotzdem (um auf die Formel 1 zu rekurrieren) ist es Tatsache, dass ich nach wie vor NICHT so ein Teil habe.

Komisch. Vielleicht muss ich mich einfach erst in der Schlange anstellen – was meinen Sie? Aber das wäre ja wieder vordemokratisch. Kann also nicht sein. Oder ... oder ... sollte etwa die wahre, real existierende Demokratie noch gar nicht erreicht sein? Bitte nicht! Ich trüg's nicht!!




Ein Leser mehr
26.09.2016
Seite 322
Ja, lieber Dieter D. D. Müller, das kann ich Ihnen aus Erfahrung sagen, genau so sieht wahrer Sozialismus aus! (Der korrekte Terminus technicus ist allerdings: Real existierender Sozialismus.)

Antwort:
Heißt beim nächsten Mal anders.



Dieter D. D. Müller
25.09.2016
Seite 322
Fehlende Teilhabe an der Formel 1 ist ein echtes Problem für mich. Mal von hinten aufgezäumt: Teilhabe ist, wenn ich auch so ein Teil habe. Aber es gibt mir ja niemand eins. Obwohl ich nachweislich das Schumi-Gen besitze. Das lässt man einfach in mir vergammeln. Sieht so wahrer Sozialismus aus?!

Antwort:
Noch mehr wie bei Schumi.



Ein Leser mehr
24.09.2016
Seite 322
"Antwort:
Er ist mal bei Kühen abgeblitzt, daher kommt das." - Vielleicht doch eher bei den Bullen, und zwar wegen der Kühe? Dann bräuchte es den Freudschen Deutungsumweg gar nicht. Die Bullen könnte man jedenfalls verstehen.

Antwort:
Zuerst waren die Kühe, das mit den Bullen war die Notlösung.



          Seite 1108 
 

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